Logistikdienstleistung

Durch die zunehmende Internationalisierung der Märkte, steigt die Anzahl der am Warenstrom beteiligten Akteure wie z.B. Spediteuren, Frachtführern, Verpackern oder Betreibern von Warenverteilzentren stetig an. Logistikdienstleistungen beziehen sich heute nicht mehr nur noch auf den reinen Warentransport, sondern umfassen vermehrt die komplette Abwicklung der logistischen Prozesskette eines Produktherstellers.

Nach Meinung der breiten Öffentlichkeit sind Spediteure diejenigen, die Waren von einem Versender abholen und per LKW zum Empfänger bringen. Noch vor 15 Jahren hätte dieser Aussage auch prinzipiell nichts im Weg gestanden.

Transport- und Lagerhausmanagement im Rahmen schlanker Prozessgestaltung

 

Heute sind Spediteure jedoch in der Regel nicht mehr diejenigen, die den physischen Warentransport durchführen, sondern Dienstleister, welche die Organisation der Beförderung eines Gutes verantworten. Dabei umfasst die Organisation die Planung und Steuerung aller Güter – und Informationsflüsse, welche im Zuge der logistischen Abwicklung vorhanden sind. Der tatsächliche Warenverkehr wird von einem Frachtführer oder Transportunternehmen im Auftrag des Spediteurs durchgeführt. Darüber hinaus werden Logistikdienstleister (LDL), wie beispielsweise in der Automobilindustrie, immer häufiger in den Herstellungsprozess integriert. Dort wird teilweise die gesamte innerbetriebliche Materialversorgung von speziell darauf ausgerichteten Dienstleistern übernommen. Häufig sind diese gleichzeitig auch Betreiber von Warenverteilzentren oder externen Lagerflächen der Hersteller, um die Lagerung alle im Produktionsprozess benötigten Waren im Sinne den LEAN-Gedanken aus dem Produktionsprozess zu eliminieren.

Logistikdienstleistungen umfassen sowohl das Transportmanagement als auch die Lagerhaltung von Gütern. Zu den Aufgaben des Transportmanagement gehört unter anderem die Auswahl der geeigneten Transportsysteme (LKW, Schiene, Wasser, Luft) sowie die Sicherstellung der Schadensersatzansprüche des Versenders oder die Zollabwicklung. Dabei ist der Transportdienstleister – z.B. der Spediteur- sowohl Vertragspartner des Versenders als auch aller anderen am Logistikprozess beteiligen Akteure, wie dem Frachtführer, den Verpackern oder den Warenverteilzentren.  Kurz gesagt: Das Transportmanagement umfasst die Tätigkeiten zu Realisierung des Güterflusses.

Dem gegenüber steht die Lagerhaltung. Diese beschäftigt sich in erster Linie mit allen Aufgaben rund um die Lagerung von Rohstoffen, Halbzeugen und Fertigwaren. Es geht also um alle Prozesse, welche für die Aufbewahrung von Gütern durchgeüfhrt werden. Im Zeitalter sinkender Lagerbestände ist ein primäres Ziel, die Lagerhaltung so kostengünstig und für den Herstellungs- oder Vertriebsprozess optimal wie möglich zu gestalten. Dabei erweitert sich das Feld von der traditionellen Ein- und Auslagerung hin zur Konsolidierung von Transportgütern, Behälteroptimierung oder das Umpacken von Produkten auf andere Ladungsträger.

Egal ob Spediteur, Verpacker oder Frachtführer: Die effiziente Gestaltung aller Logistikprozesse hat auch hier oberste Priorität. Die zunehmenden Anforderungen der Kunden hinsichtlich verkürzter Lieferzeiten und die permanente Verfügbarkeit von Echtzeitdaten im Logistikprozess, führen zur Komplexitätserhöhung der Aufgaben der Logistikdienstleister. Dabei wirkt sich vor allem der stetige Anstieg des grenzüberschreitenden Transportvolumens bei gleichzeitiger Reduzierung der Lieferkosten in der Komplexität der Planung logistischer Prozesse aus.

Supply-Chain-Manager kennen die Wichtigkeit der Logistikdienstleitung im Gesamtkontext der Zufriedenstellung des Kunden. Sie kennen sowohl die organisatorische Abwicklung von Transporten (Genehmigungen, Zölle, globale Logistikauflagen, Kostenfaktoren etc.) als auch die technischen Anforderungen im B2B-Geschäft, durch Just-in-time-Lieferungen, Sequenzierung oder die innerbetriebliche Materialversorgung im Werk eines OEM’s.

Die Berufsmöglichkeiten von Supply-Chain-Managern im Bereich der Logistikdienstleistungen beziehen sich in erster Linie auf Führungspositionen bzw. je nach Größe und Leistungsumfang des Dienstleisters auf die konzeptionelle und strategische Gestaltung von Prozessen. Klassische Beispiele sind Leitungspositionen in Warenverteilzentren, Regionalleitungen von Speditionen oder die Leitung von Lagerhäusern.


Tätigkeit Transportmanagement

  • Vertragsverhandlungen
  • Marktanalysen
  • Konzeptionierung von neuen Transportnetzwerken
  • Standortplanung zur regionalen Transportabdeckung
  • Auswahl geeigneter Transportmittel
  • Rechtliche Transportabwicklung (Zoll, internationale Abwicklung etc.)
  • Personalführung


Tätigkeit Lagerhaltung/Warenverteilung

  • Auswahl & Dimensionierung von Lagersystemen
  • Layout-Planung der Läger
  • Standortplanung
  • Bestandsoptimierung
  • Kommissionierung
  • Behälteroptimierung
  • Optimierung der lagerinternen Transportprozesse
  • Personalführung



Anforderungsprofil

  • Logistisches Prozessdenken
  • gute Kommunikationsfähigkeit
  • Kenntnis über die Anforderungen im Warentransportgeschäft
  • Verhandlungsgeschick
  • Marktkenntnis
  • gute Fremdsprachenkenntnis


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