SCM – Wofür?

Industrie 4.0, Internet of Things

Globale Vernetzung aller Unternehmenszweige sichert Flexibilität

Gründe für die verbreitete Entwicklung des SCM liegen in der starken Zunahme nationaler und transnationaler Unternehmensnetzwerke. Eine zunehmende Marktdynamik, sich schneller verändernde Kundenanforderungen, kürzere Innovations- und Produktionszyklen sowie reduzierte Lieferzeiten stellen die Unternehmen global vor große Herausforderungen.

Um diesen globalen Wettbewerbsanspruch standhalten zu können, sind die Hersteller gezwungen sich auf ihre eigene Kernkompetenz zu konzentrieren, da sie andernfalls auf der Strecke bleiben. Aus diesem Grund werden zunehmend Wertschöpfungsaktivitäten auf Zulieferer (=Supplier) verlagert, da diese wiederum ihre Kernkompetenz in einem speziellen Teilbereich haben und es das Anliegen der OEM’s ist, dieses Spezialisten-Know-How zu nutzen. Dabei ist einer der entscheidenden Faktoren natürlich auch finanzieller Natur, da es neben den qualitativen Ansprüchen günstiger sein kann, ein vorgefertigtes Modul zuzukaufen, anstatt dies unter hohem Ressourcenaufwand selbst herzustellen.

Durch die Zunahme von Zukaufteilen sinkt die Wertschöpfungstiefe der OEM’s. Dennoch ist es ihr Produkt, welches letztlich am Markt veräußert wird, weshalb die qualitativen und prozessualen Unternehmensansprüche an die Supplier übermittelt und kontrolliert werden müssen. Die planerische Aktivität der OEM’s verlagert sich daher  von einer rein unternehmensinternen auf eine unternehmensübergreifende Prozessplanung. Material- und Informationsflüsse rücken ins Zentrum betriebswirtschaftlicher Betrachtungen und werden nicht länger vom Herstellungsprozess isoliert und als Supportprozesse angesehen.

Die beschriebene Verflechtung von Unternehmen führt zu einer Komplexitätserhöhung des übergeordneten Produktentstehungsprozesses, von der Entwicklung über die Beschaffung bis zur Produktion und dem Vertrieb. Unternehmensinterne  und –externe Schnittstellen müssen gemanagt und die einzelnen Teilprozesse der Supplier und der OEM aufeinander abgestimmt werden. Denn die Auslagerung von Wertschöpfungsaktivitäten kann nur dann zur Steigerung des Unternehmenserfolgs betragen, wenn die daraus resultierenden Prozessketten so effizient gestaltet werden, dass die eingangs beschriebenen Marktanforderungen erfüllt und die eigenen Unternehmensinteressen bedient werden können.

Das Ziel des Supply Chain Managements  ist daher die Steigerung der Prozesseffizienz über den gesamten Herstellungsprozess bei optimaler Ressourcennutzung und Gewährleistung der Erfüllung der Kundenwünsche. Die Daseinsberechtigung des SCM ergibt sich somit aus der Zunahme transunternehmerischer Beziehungen sowie die komplexere Prozessstruktur bei der Herstellung und dem Vertrieb von Erzeugnissen aller Art.

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